Nicht nur am Anfang benötigt man Tipps...

Wie bei jeder handwerklichen Tätigkeit kommen auch beim Töpfern irgendwann Fragen auf. Ob über die Tonkonsistenz oder das Drehen des Tones bis zum Glasieren. Hier haben wir einige wertvolle Tipps für Sie parat. Wenn Sie mehr Informationen brauchen, rufen Sie mich doch einfach unter der Tel. 0512-573218 an. Empfehlenswert ist auch das Buch "Töpfer Praxis" von Gill Bliss erschienen im Ravensburger Verlag.

Was ist bei Aufbauarbeiten und Plattentechniken zu berücksichtigen?

Wenn Sie Tonwülste übereinander legen oder Platten zusammensetzen, verstreichen Sie diese miteinander. Jedes Tonstück, das mit einem anderen verbunden wird, muß mit diesem auch verstrichen werden.
Ihre Werkstücke dürfen nicht dicker als 3cm sein. Dickere Werkstücke müssen ausgehöhlt werden, damit sie beim Brennen nicht reissen.
 Wie hart soll der Ton sein, damit ich Platten schneiden kann?

Bei strengen geometrischen Figuren empfiehlt es sich den Ton lederhart werden zu lassen. Danach kann man exakte Linien schneiden. Um die Einzelteile zu verbinden werden diese auf dem Verbindungsbereich mit einem scharfen Messer eingeritzt und mit etwas Schlicker, der in diesem Fall wie ein großzügiger Kleber wirkt zusammengefügt. Bei Ecklösungen empfieht es sich einen dünnen Tonwulst an der Innenseite noch anzubringen, damit das Werkstück mehr Stabilität erhält.
Für weiche, fließende Formen muß natürlich auch der Ton noch elastisch und leicht zu verarbeiten sein. Bei dieser Methode können Sie zum Beispiel ein rundes Gefäß mit Zeitungspapier umwickeln und mit dem ausgewalgten Ton das Gefäß einhüllen. Achten Sie immer darauf das die Kanten gut verstrichen werden.
 Die Wände meiner aufgebauten Gefäße werden nach oben immer dünner und fallen manchmal zusammen. Wieso?

Wenn man damit beginnt, Gefäße aus Tonwülsten aufzubauen, wird häufig versucht, diese fälschlicherweise durch Drücken zwischen den Finern und Daumen miteinander zu verbinden. Hiermit werden die Tonwülste jedoch nicht effektiv miteinander verbunden, sonder ausgedünnt. Die folgende Technik hilft Ihnen, richtig zu arbeiten:
Verbinden Sie die Tonwülste, indem Sie von dem neu aufgesetzten Ring etwas Ton auf den darunter Liegenden drücken. Schließen Sie so die innen liegende Naht. Wenn die Innenseite des Gefäßes glatt ist, verfahren Sie genauso auf der Außenseite.
 Meine Hände werden beim Drehen zu einer unrunden Bewegung gezwungen. Wie kann ich sie fest und zentriert halten?

Stützen Sie Ihre Hände und Arme so gut wie möglich ab. So können Sie einen ständigen Druck auf den unzentrieten Tonbatzen auf der Scheibe ausüben. Für einen besseren Halt pressen Sie Ihre Ellbogen fest gegen den Körper und legen Sie Ihre Arme auf den Rand des Spritzschutzes der Drehscheibe auf.
Ist es wirklich wichtig, so viel Zeit auf das Zentrieren zu verwenden?

Wenn Sie mit dem Drehen an der Töpferscheibe beginnen, sollten Sie viel Aufmerksamkeit auf das Lernen des Zentrierens verwenden. Anderfalls werden Sie immer wieder mit schiefen Gefäßen zu kämpfen haben. Das Zentrieren ist die wichtigste Grundlage für das Freidrehen. Wenn Sie später mehr Erfahrung haben, ist es eine Sach von Sekunden und geringem Aufwand, den Ton in die richtige Position zu bringen.
 Wenn ich meinen Daumen in den Ton drücke, verliert der Ton seine zentrierte Form. Wie kann ich das Loch genau mittig setzen?

Sie müssen Ihren Händen eine feste Position geben, sodass Sie gerade nach unten drücken können. Benutzen Sie beide Daumen, mit denen Sie sowohl nach innen als auch nach unten drücken. Hierdurch haben die Daumen eine Führung, die sie gerade eindrücken lässt. Benutzen SIe nur einen Daumen zum Aufbrechen des Tons, müssen Sie die zugehörige Hand mit der anderen Hand abstützen.
 Wenn ich einen Zylinder zu drehen versuche, weitet sich die Form immer mehr, und letztlich entsteht eine Schale. Was kann ich tun, um die Wandung gerade zu halten?

Halten Sie die Wandung während des Hochziehens nach innen geneigt. Es ist einfacher, bei der abschließenden Formgebung, die Wandung nach außen zu erweitern, als eine sich bereits nach außen neigende Wandung zu begradigen. Halten Sie beim Drehen Ihre außen führenden Finger etwas höher als die innen arbeitenden. Hierdurch wird der Ton leicht nach innen und aufwärts gedrückt.
 Wann ist mein Werkstück trocken genug für den ersten Brand?

Beachten Sie, daß Ton beim Trocknen und Brennen insgesamt um ca. 9-13% schwindet. Trocknen Sie Ihre Werkstücke langsam, kleine Gegenstände eine Woche, große Stücke zwei Wochen lang. Vor dem 1. Brand muß Ihr Werkstück vollständig trocken sein.
 Ich habe oft vom sogenannten Schrühbrand gehört. Was ist das?

Der 1. Brand, auch Schrühbrand genannt, wird nach dem Trocknen des Tones im Brennbereich von ca. 900°C durchgeführt. Die Keramik ist jetzt nicht mehr verformbar. Nun kann die Glasur oder Malerei aufgetragen werden.
 Was ist beim Glasieren zu beachten?

Am Anfang sind leicht zu verwendende Fertig-Streichglasuren zu empfehlen. Je nach Dicke und der Häufigkeit des Auftragens entstehen immer wieder faszinierende Unterschiede. Sie können aber auch die Werkstücke mit sogenannten Keramik-Dekorfarben bemalen. Diese sehen aus wie Wasserfarben und lassen sich auch gleich verarbeiten. Danach wird noch eine farblose Glasur aufgetragen.
Achtung: Die Stellfläche der einzelnen Werkstücke müssen frei von Glasur sein, da sich diese sonst auf den Platten des Brennofens festsetzt!!
 Was geschieht beim 2. Brand?

Der 2. Brand, der Glasurbrand, wird je nach verwendeter Farbe, unterschiedlich hoh gebrannt. Bei den Steingutglasuren beträgt die Temperatur 1020 Grad. Diese Glasuren eignen sich für Vasen und Dekorstücke. Die Steinzeugglasur wird bei 1240 Grad gebrannt. Sie verwendet man bei Geschirr und allen Keramiken, die mit Essen in Verbindung kommen.
Beachten Sie dabei, dass sie beide Glasurtypen nicht zusammen auf einem Werkstück verwenden, da die niedrig brennende Steingutglasur bei zu hoher Temperatur verrinnt.
 Gemeinsam machts mehr Freude!
Drehen lernen ist fast nur mit Begleitservice möglich.


Wulst- und Plattentechnik können "relativ leicht" erlernt werden. Natürlich hat ein Töpferkurs viele Vorteile. Sie lernen nicht nur vom Fachmann sondern auch von den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Zum Erlernen des Drehens mit der Töpferscheibe brauchen Sie unbedingt die Begleitung eines Profis.
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